PKV Online Vergleich und die miesen Werbetricks

Versicherungsvergleiche online erfreuen sich großer Beliebtheit, auch der PKV Online Vergleich. Was für eine Hausrat- oder KFZ-Versicherung vielleicht noch Sinn machen kann, weil die im Ernstfall nicht versicherten Leistungen keine Existenz vernichten, sollte bei einer privaten Krankenversicherung tunlichst unterlassen werden.

Zunächst: Wieso erarbeitete sich die PKV einen schlechten Ruf?

Die PKV hat in der Gesellschaft nicht bei allen einen guten Ruf. Ihr wird vorgeworfen, die Solidargemeinschaft auseinander zu bringen und nur die Reichen und Gesunden zu versichern. Das dem nicht so ist, zeigen die sogenannten Öffnungsaktionen.

Mit welchen Mitteln wird vertriebsorientiert gearbeitet?

Um neue Kunden zu gewinnen, bedienen sich Vertreter und Makler sogenannter Online Vergleichsportale. Hier hat sich eine ganze Industrie entwickelt. Ziel ist es Interessentendaten zu gewinnen, auch Leads genannt. Grundsätzlich ist dem nichts abzusprechen, doch mit welchen Versicherungsprämien hier geworben wird, ist sehr kritisch zu betrachten.

Hier die Werbeanzeige des Anbieters finanzen.de :

Werbeanzeige PKV

Was ist hier kritisch zu bemerken?

Das berühmte * Sternchen kennen wir alle aus der Werbung. PKV ab nur 61,05 EUR im Monat.  Hier sollte man sich die Fußnote mal genauer anschauen. Der Laie, kann hier zunächst nichts schlimmes ahnen. Schließlich wird hier sogar mit 2-Bett Zimmer, respektive Chefarztbehandlung geworben. Doch schon zwei Details kann man in der kleinen Zeile mit geübtem Blick erkennen. 18 Jahre männlich, Selbstbehalt.

Sie sind der ausschlaggebende Grund, warum die Prämie so niedrig ist.

  1. Ein 18 Jähriger zahlt keinen gesetzlichen Zuschlag in Höhe von 10 Prozent
  2. Ein Selbstbehalt von 3.000 EUR pro Jahr führt automatisch zu einer niedrigeren Prämie. Auf deutsch: Die ersten 3.000 EUR Kosten darf der junge Mann selbst bezahlen, pro Jahr (!), versteht sich.

Weitere Gründe für diese extrem niedrige und verlockende Prämie sind auch die Ergebnisse der Leistungsauswertung mithilfe der Premiumsoftware des PremiumCircle:

  1. 83 von 245 Leistungspunkten im Maximalrating. Das entspricht einer Leistungserfüllungsquote von nur 28%.
  2. 48% Erfüllungsquote gemäß PKV-Mindeststandard und damit noch 3% unter dem Basis-Tarif des PKV-Verbandes.

Man beachte: Der Basistarif soll dem GKV- Leistungsniveau entsprechen. Also diese Hürde hat der dargestellte Tarif schon mal gerissen.

Fazit:

Sollte der interessierte Kunde, welcher diese Seite besucht, in der Tat glauben, er könnte eine PKV zu dieser Prämie erhalten, dann muss er sich mit erheblichen Leistungsdefiziten zufrieden geben. Was die Versicherung nicht zahlt, darf er aus eigener Tasche zahlen. Bleibt nur zu hoffen, dass er an einen guten Berater gerät, der ihm etwas vernünftiges anbietet. Am besten hier klicken!

 

 

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2 Antworten auf PKV Online Vergleich und die miesen Werbetricks

  1. T. Krosse sagt:

    Wann erkennt endlich die Branche, dass Sie mit LEISTUNG werben muss!!! Die private Krankenversicherung ist eine existenzielle Absicherung und mit diesen Billigtarifen stürzen Sie Ihre Kunden früher oder später in den finanziellen Ruin!!!

    Ps. LEISTUNG, LEISTUNG, LEISTUNG ist der wesentliche Vorteil gegenüber gesetzlichen Krankenkassen.

  2. Pingback: Gratis App zum Versicherungsvergleich - Vorsicht!

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